Jugendstiljahr Wiesbaden

2019/20

29 Jun

Kurhaus Wiesbaden, Muschelsaal. Foto: Stephan Richter

Jugendstiljahr Wiesbaden 2019/2020

Dank der Schenkung der bedeutendsten deutschen Privatsammlung des Jugendstils und Symbolismus durch Ferdinand Wolfgang Neess befindet sich das Landesmuseum Wiesbaden mit einem Schlag auf einer Höhe mit den führenden Museen des Jugendstils in Europa. Gemeinsam mit Darmstadt und Bad Nauheim bereichert Wiesbaden zukünftig die Landkarte des Jugendstils in Hessen und in Europa. Anlass und Grund genug, um in Wiesbaden das Jahr des Jugendstils aus­zurufen und zu fragen, wieviel Jugendstil fand und findet sich in unserer Stadt. Gelebt für und vom Kaiser war Wiesbaden um 1900 sicherlich nicht die Stadt, die man mit diesem neuen Kunststil in Verbindungen bringen konnte.

Nun ist es an der Zeit diesen Mythos zu hinterfragen. Um die Jahrhundertwende befand sich Wiesbaden als Weltkurstadt in voller Blüte und war durchaus offen für die zeitgleichen Künstler des Jugendstils und des Art Nouveau, die in Europa mit neuen und verspielten Formen, Motiven, Klängen und Tänzen den Aufbruch in ein neues Jahrhundert wagten. Knapp 100 Jahre später greifen Wiesbadener Institutionen die Idee dieser fast zwei Jahrzehnte anhaltenden Epoche auf und bieten mit vielfältigen Veranstaltungen Einblicke in diese vom Aufbruch geprägte Zeit.

Die Epoche

Der Jugendstil ein internationales Phänomen an der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Ausgehend von Großbritannien als Arts and Crafts movement, in Frankreich und Belgien bekannt als Art Nouveau, in Wien als Secessionsstil und in Spanien als Modernismo ist er als gesamteuropäische Bewegung zu verstehen. Der Jugendstil forderte eine ihrer eigenen Zeit angemessene Kunst und wollte sich nicht länger an vorangegangenen Stilen und Strömungen ausrichten. Der Schriftzug an der Fassade des Wiener Secessionsgebäudes bringt diesen Imperativ in goldenen Lettern auf den Punkt: „Der Zeit ihre Kunst – Der Kunst ihre Freiheit“. Geboren aus der Dynamik der Natur und der Kraft der Jugend, wurden dem Formenvokabular der Natur schwungvolle, elegante Linien entlehnt, die als Coup de Fouet (Peitschenschlag) stilprägend wurden. Neben der äußerlichen Erscheinung von Fauna und Flora studierten die Künstler intensiv naturwissenschaftliche Traktate ihrer Zeit, um die in der Natur wirkenden Gesetze von Wachstum und Verwandlung selbst zum Thema ihrer Werke zu machen. Die Kunst der Jahrhundertwende griff aber auch die Schattenseiten des Daseins in Form des Symbolismus mit einer abgründigen Ästhetik des Verfalls, des Mythischen und Rätselhaften auf.

Jugendstil in Wiesbaden

Wiesbaden trägt den Ruf als „Stadt des Historismus“ – trotzdem hinterließ die neue Kunstrichtung ihre Spuren im Stadtbild. Der Jugendstil fällt zusammen mit Wiesbadens goldenen Jahren als „Weltkurbad“ zu Ende des 19. Jahrhunderts. Besonders die das Stadtbild prägende, skulptural verzierte Architektur und die überall anzutreffende florale Bauornamentik bezeugen den Einfluss des Jugendstil auf die Weltkurstadt. Bedeutende Bauten des Jugendstils sind Krematorium, Palasthotel, Kurhaus, Kaiser-Friedrich-Wilhelm Therme, Gebäude des Wiesbadener Kuriers, das Weiße Haus in der Bingertstraße und viele weitere Orte, die es zu entdecken gilt.

Programm

Feiern Sie das Jugendstiljahr Wiesbaden 2019–2020 mit uns und entdecken Sie Wiesbaden von einer neuen Seite. Von den bildenden Künsten über Theateraufführungen, Filmreihen und Konzerte bis hin zu thematischen Stadtführungen erwartet Sie ein vielfältiges Rahmenprogramm. 

Programmheft (Download PDF)

Kalender

Jan 21

So 17
11:00 —00:00
KONZERT

Trio Magos

mit Kaun (Klari­nette), Henne­mann (Violo­cello), Kim (Klavier)
Foto: Andreas Malkmus

Werke von L. van Beetho­ven, M. Bruch und N. Rota

Veran­stal­ter: Mozart-Gesell­schaft Wies­ba­den e.V.

Karten: 24 Euro inkl. Eintritt ins Museum Wies­ba­den, ausschließ­lich beim Veran­stal­ter unter Fon 0611 / 305022

 

So 24
11:00 —00:00
KONZERT FÜR KINDER

Mozar­t@School / VerQuer „Ein Dschun­gel­kon­zert“

Konzert / Führung / Atelier­ar­beit
Foto: Tobias Becker

Ein Kultur­tag für Kinder im Grund­schulal­ter in Koope­ra­tion mit dem Museum Wies­ba­den.

Karten: 24 Euro inkl. Eintritt ins Museum, ausschließ­lich beim Veran­stal­ter unter Fon 0611 / 305022

 

Feb 21

So 21
11:00 —00:00
KONZERT

„Bach-Berio-Beatles“

mit Spark – die klas­si­sche Band
Foto: Mozart-Gesellschaft Wiesbaden e.V.

Veran­stal­ter: Mozart-Gesell­schaft Wies­ba­den e.V.

Karten: 24 Euro inkl. Eintritt ins Museum Wies­ba­den, ausschließ­lich beim Veran­stal­ter unter Fon 0611 / 305022

 

Mär 21

Do 11
19:00 —21:00
ERÖFFNUNG

Tempo­rary Ground

Frank Gerritz
Frank Gerritz, Code Language, 2001, Sammlung Falckenberg (Fotograf ohne Nennung)

Wir laden Sie und Ihre Beglei­tung herz­­lich zur Eröff­­nung der Aass­tel­­lung „Tem­po­rary Ground — Frank Gerritz“ ein.

Frank Gerritz ist Bild­hauer. Seine Arbei­ten entwi­ckelt er bezo­gen auf den Raum. Alumi­ni­um­ta­feln werden mit Paint­stick (Ölkreide) markiert. Sie werden dicht bezeich­net, sodass die Ober­flä­che geschlos­sen wirkt und doch die Struk­tur des Auftrags bewahrt. Schwarz ist nicht gleich Schwarz. Wo die silber-eloxier­ten Alumi­ni­um­flä­chen den Raum spie­geln, zeigt sich auch in den dunklen Partien der Ober­flä­che ein Schim­mern, ein Rest von Licht, das sich je nach Stand­punkt und Ausleuch­tung ändert. Ausge­hend von den eige­nen Körper­ma­ßen gießt Frank Gerritz Blöcke aus Eisen. Deren Stand­flä­che bildet die Grund­lage für seine ersten Drucke auf Papier, für die Propor­tion der Arbei­ten vor der Wand.

 

So 14
11:00 —00:00
KONZERT

„Dou van Poucke“

mit Ella van Poucke (Violon­cello), Niclas van Poucke (Klavier)
Foto: li Presnyakov Music Productions / re Hans van der Woert

Werke von L. van Beetho­ven

Veran­stal­ter: Mozart-Gesell­schaft Wies­ba­den e.V.

Karten: 24 Euro inkl. Eintritt ins Museum Wies­ba­den, ausschließ­lich beim Veran­stal­ter unter Fon 0611 / 305022

 

Do 25
19:00
ERÖFFNUNG

Kris­talle — Vom Diamant bis zum Gips

Gips-Kristalle in der Höhlen der Mine von Naica. Foto: Alexander Van Driessche, CC-BY-3.0

Mine­ra­lien bilden unsere Welt und sind meist Millio­nen von Jahren alt. Auch für Lebe­we­sen sind sie unent­behr­lich. Manche lassen sich nur an einem Ort der Welt finden, andere nahezu über­all. Mit den Augen, den Händen und mit Expe­ri­men­ten können Kinder und Erwach­sene die Welt der Mine­ra­lien in der Auss­tel­lung erfor­schen. Dabei helfen Chemie, Physik und Mathe­ma­tik in beson­de­rem Maß. Zahl­rei­che Bespiele führen die Viel­falt an Formen und Farben aus den Schmelz­tie­geln, Kochtöp­fen, Gasbe­häl­tern und Druck­kam­mern der Erdkruste vor. Die Auss­tel­lung präsen­tiert sowohl Winz­linge also auch die Entde­ckungs­ge­schichte der bisher größ­ten Mine­ra­lien-Kris­talle in Mexiko.

Apr 21

Do 01
19:00 —21:00
ERÖFFNUNG

Von Kühen, edlen Damen und verzau­ber­ten Land­schaf­ten

Oder von der Liebe zur Male­rei: Neues aus dem 19.
Hans Makart, Die Frau des Künstlers als Flora, 1883. Museum Wiesbaden, Sammlung Ferdinand Wolfgang Neess. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Wir laden Sie und Ihre Beglei­tung herz­­­lich zur Eröff­­­nung der Auss­tel­­­lung „Von Kühen, edlen Damen und verzau­ber­ten Land­schaf­ten — Oder von der Liebe zur Male­rei: Neues aus dem 19. “ ein.

Als Muse­ums­grün­dung des 19. Jahr­hun­derts fühlt sich das Museum Wies­ba­den den künst­le­ri­schen Werken dieser Zeit beson­ders verbun­den. Wie an einer Perlen­schnur reiht die Auss­tel­lung die mannig­fal­ti­gen künst­le­ri­schen Entwick­lun­gen des 19. Jahr­hun­derts auf und doku­men­tie­ren die einzig­ar­ti­gen male­ri­schen Fähig­kei­ten dieser Epoche. Zahl­rei­che Neuer­wer­bun­gen wie Fritz von Uhdes „Im Klos­ter­gar­ten“ von 1875 oder Hans Makart „Die Frau des Künst­lers als Flora“ von 1883 werden erst­mals präsen­tiert und berei­chern die Gale­rie des 19. Jahr­hun­derts im Museum Wies­ba­den.

 

Sep 21

Do 16
19:00 —21:00
ERÖFFNUNG

Alles!

100 Jahre Jawlensky in Wies­ba­den
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht – Erwartung, 1917. Museum Wiesbaden, Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert

Wir laden Sie und Ihre Beglei­tung herz­­­lich zur Eröff­­­nung der Auss­tel­­­lung „Alles! — 100 Jahre Jawlensky in Wies­ba­den“ ein.

Vor 100 Jahren – im Juni 1921 traf Alexej von Jawlensky (1864–1941) sehr spon­tan, die Entschei­dung, sich in Wies­ba­den nieder­zu­las­sen. Alles, was in den Jahren bis zu seinem Tod geschah, ist Thema der Jubi­lä­ums­aus­stel­lung. Es gab viele Erfolge. Er wurde neben Kand­insky, Klee und Feinin­ger Teil der Künstler­gruppe „Die Blaue Vier“ und in Amerika popu­lär. Aber Ende der 1920er-Jahre erkrankte er an Arthrose, die Natio­nal­so­zia­lis­ten stem­pel­ten ihn als „ent­ar­tet“ ab, das Museum Wies­ba­den gab seine Werke ab.

Weitere Termine

Teilnehmende Institutionen Jugendstiljahr Wiesbaden 2019 / 2020 

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